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Aktuelles aus Apolda

"Legale" Graffiti-Wand an der Nussbergturnhalle

Legale Graffiti-Wand der Nussbergturnhalle
Legale Graffiti-Wand der Nussbergturnhalle

Die Apoldaer Streetworker Sandra Stegemann und Markus Fischer haben das Projekt "Legale Graffitiwand" ins Leben gerufen. 

Die Idee für eine legale Graffitiwand ist nicht neu und auch in vielen Thüringer Städten (z. B. Jena, Weimar, etc.) mittlerweile schon seit ein paar Jahren Teil der Subkultur. Wir Streetworker verfolgten diese Idee für Apolda schon seit 2018. Die Möglichkeit für Jugendliche, sich über Graffitikunst auszudrücken, mitzuteilen oder auch einfach nur ihre kreativen Ideen visuell umzusetzen, ist sehr vielfältig, dies erlebten wir immer wieder in den organisierten Graffiti-Workshops. Natürlich braucht es für dieses Hobby viel Übung und es ist mit finanziellem Aufwand verbunden.
 
Eine legale Graffiti-Wand ermöglicht die individuelle und zeitlich unabhängige Gestaltung durch die Jugendlichen. Sie werden von uns entsprechend angeleitet und begleitet, manchmal mit Workshops unterstützt und gleichzeitig können die Jugendlichen für sich einen guten Freiraum in ihrer Freizeit nutzen. Dass mit dieser Graffiti-Wand ungewollte Wandgestaltung im Stadtgebiet kanalisiert bzw. verhindert wird, soll nur kurz erwähnt werden.
 
Aufmerksam geworden sind wir auf unseren Runden durch Apolda. Da waren unter anderem die beschmierten Wände der Nussberg-Turnhalle. Durch den sehr versteckten und abgelegenen Standort kam es hier immer wieder zu den üblichen, nicht besonders künstlerisch wertvollen, Beiträgen. Dabei bieten die Wände eine optimale übersichtliche und helle Arbeitsatmosphäre für eine entspannte Gestaltung. Außerdem ist die Nussberg-Turnhalle vom Jugendclub „Studioclub“ in der Christian-Zimmermann-Straße 100 in gerade mal einer Minute zu Fuß zu erreichen, somit optimale Bedingungen, dieses Projekt entsprechend pädagogisch wertvoll zu betreuen.
 
Im Juni 2020 trafen wir Streetworker (Sandra Stegemann, Markus Fischer) uns auf dem Gelände des Sportplatzes am Kirschberg mit Herrn Heerdegen (Hauptamtlicher Beigeordneter Stadt Apolda), Herrn Dr. Christoph (Förderkreis Integration), Herrn Kuhirt (Partnerschaft für Demokratie) und einem Vertreter der aktiven Fanszene des FC Carl Zeiss Jena (Südkurve), um ein Graffiti-Projekt an der Garage des Geländes am Kirschberg zu besprechen. In diesem Rahmen stellten wir unsere Idee der „legalen“ Graffiti-Wand vor und beantragten die Genehmigung der Stadt Apolda gleichzeitig mit dem geplanten Graffiti-Workshop-Projekt am Kirschberg.
 
Die Wand wurde uns dann im Laufe des Sommers über Herrn Heerdegen zugesagt und nach einer gemeinsamen Begehung vor Ort mit Herrn Schau (Kommunaler Service Apolda) wurde uns nachträglich gestattet, die Seitenwand in unser Projekt mit einzuschließen.
 
Die Pandemie-Bedingungen führten dazu, dass manche unserer Projekte in der letzten Zeit nicht in dem Umfang durchgeführt werden konnten, wie dies geplant war. Dennoch konnte am 25.09.2020 die Rückwand grundiert werden und eine offizielle Eröffnung am 23.10.2020 stattfinden. Dies alles wurde durch die aktive Unterstützung einiger fleißigen VertreterInnen der Südkurve des FCC möglich, die sich für die Organisation von legalen Flächen in der Glockenstadt stark machen.

Zur Eröffnung fanden sich sowohl Kinder und Jugendliche vom Studioclub, dem bbb e. V. als auch Eltern und interessierte Zuschauer ein. Danach haben einige Künstler die Möglichkeit zur Gestaltung genutzt, trotz winterlicher Witterung.

Die ersten Graffiti entstanden bereits vor der offiziellen Eröffnung und seitdem gibt es immer mal was Neues zu sehen. Dies freut uns und auch viele der Bürger, welche das Geschehen wahrgenommen haben, sehr. Zum einen haben hier junge Menschen eine Möglichkeit, sich kreativ zu äußern und zum anderen wirkt es optisch viel ansprechender als vorher.
 
Wir hoffen in diesem Jahr nun auch kleinere Workshops und Veranstaltungen zur Graffiti Szene (rechtliche Aspekte, Regeln in der Szene, Filme) durchführen zu können. Wenn es wieder möglich ist, wollen wir auch einen großen Graffiti Event mit musikalischer Untermalung an der Nussberg-Turnhalle organisieren.
 
Weiterhin haben wir die Wand regelmäßig im Auge, um auf verbotene Symbole und Vandalismus reagieren zu können. Außerdem ist es möglich, sich über uns Streetworker im Studioclub ein gewisses Kontingent für Grundierung und Sprühdosen zu erfragen.
 
Auch am Jugendclub Tomate steht eine Wand zur kreativen Gestaltung zur Verfügung und kann zu den Öffnungszeiten und nach Rücksprache mit dem dortigen Jugendclubleiter Matthias Wille (03644 5162200) gern genutzt werden.

Kontakt Streetwork in Apolda
Markus Fischer                                      Sandra Stegemann
markus.fischer(@)diakonie-ap.de               sandra.stegemann(@)diakonie-ap.de
Tel. 0176 456 549 58                             Tel. 0160 79 69 624