Stadt Apolda

Seitenbereiche

Volltextsuche

Schriftgröße

Seiteninhalt

Das Apoldaer Stadtwappen

In Forscherkreisen ist man vorwiegend der Meinung, dass der Name Apolda von dem althochdeutschen Wort "affoltra" (affoltre) Apfelbaum herstammt. Im fränkischen Wortschatz findet man ein ähnliches Wort. Hier heißt er "aphal". Das fränkische Wort "a-bail-dae" bezeichnet den hiesigen Rittersitz und bedeutet Stadt-Leute.

Abbildung 1
Abbildung 2
Abbildung 3
Abbildung 4
Abbildung 5
Abbildung 6

Apolda lag im Gau Husitin (auch Usitin geschrieben), der das Ilmgebiet umfasste. Die ersten Siedler ließen sich hier in einer zwischen zwei Bächen liegenden Aue nieder. Wahrscheinlich wuchsen hier vorwiegend Apfelbäume, denn man bezeichnete dieses Gebiet Apfelaue.

Urkundlich beginnt die Geschichte der Stadt mit dem Jahre 1119. Zu disem Zeitpunkt trat der damalige Apoldaer Schlossbesitzer Graf Wichmann ins Kloster ein. Die nachfolgenden Besitzer, in den Schriften als Ministerialbeamte des Mainzer Erzbischofes benannt, erhalten 1162 den hohen Rang eines Schenken und später Vicedom. Die Ämter der Vicedomini (daraus entwickelte sich der Familienname Vitzthum) und Schenken verblieben erblich bei der Apoldaer Schlossfamilie. Damit waren die Grundlagen für Familienwappen gegeben, die zu Beginn des 13. Jahrhunderts erstmals in Schriften auftauchen.

Anfangs ist das Kernstück der Familiensiegel ein Apfel, später ein Apfel mit Blättern, dann mehrere Äpfel und zuletzt der Stamm mit drei Äpfeln. Dies erklärt sich daher, dass zuerst die Schenken und Vitzthume nur in Apolda ansässig waren und der Apfel Zeichen des jeweiligen Familienoberhauptes wurde.

Das bisher älteste bekannt gewordene Apoldaer Wappenbild befindet sich als Siegel auf einer Urkunde aus dem Jahre 1224 (Abb.1).

Ein rundes Mittelfeld wird von einem Apfel ausgefüllt, dessen Stiehl nach unten zeigt.

Die Umschrift lautet: (P)INCERNA DE APOLDE (Schenken von Apolda).

Bei den Vicedomini ist das Mittelfeld dreieckig, der Apfel zeigt einen längeren Stiel, an dem jeweils rechts und links drei Blätter wachsen und deren Umschrift lautet: SIGILLUM VICEDOMINI DE APPOLDE (Siegel der Vicedome von Apolda) (Abb.2).

Dieses erscheint erstmals 1243 und gehörte dem Schenken Theodericus (Dietrich) von Apolda. Er hatte drei Söhne und drei Töchter. Nach seinem Tod erbten die Söhne Schloss und Stadt. Auf ihre gemeinsame Herrschaft deuten 1250 die drei Äpfel im Familienwappen.

Mit ihnen kam es zur Spaltung der Stamm-Familie, und zwar in die Linie Vitzthum von Apolda und die Linie Vitzthm von Eckstädt (sie zog später in den Raum Dresden).

Bei der Wahl eines Wappens für Apolda suchten die Vitzthums nach einem entsprechenden Bild, dass ihre herrschaftliche Gewalt über die Stadt kennzeichnet. Dabei durfte der Apfel als Zeichen der Familie nicht in Erscheinung treten. So entschieden sie sich für den Apfelbaum, aber ohne Äpfel.

1349 wurde der Familie Vitztum in einem Lehnbrief die Gerichtsbarkeit und das Münzrecht bestätigt. Sie besaßen aber nie einen Adelsbrief, der ihr Wappen bestätigte.

Im selben Jahr tauchen zwei fast identische Siegel auf, ein Vitzthumsiegel und ein Stadtsiegel.

Das Stadtsiegel zeigt ein dreieckiges Schild, in dem ein Baumstamm mit beiderseitigen Blatttrieben abgebildet ist. In der Umschrift ist zu lesen: S’ CIVITATIS APOLDIA. (Abb. 3) für die Stadt.

Im Vitztumsiegel sind noch zusätzlich drei Äpfel zu sehen und als Umschrift VICEDOMINI. Hier ist wahrscheinlich der Ursprung unseres Stadtwappens zu suchen.

An unserem Rathaus, erbaut 1559, ist über dem Turmeingang ein Wappenbild angebracht. In einem Schild steht ein geneigter, oben abgesägter Baumstamm mit links einem und rechts zwei Aststümpfen. Unten endet der Stamm in vier Wurzeln (Abb. 4 rechts).

Auf dem Rektorstuhl in der alten Martinskirche befand sich ein Wappenentwurf von 1687.

Ein aufrecht stehender Baumstumpf mit zwei neuen Trieben und einem abgesägten Ast sollte eine selbstbewusste Ackerbürgerstadt symbolisieren (Abb. 5).

Am 19. Dezember 1856 bestätigt die Weimarische Landesregierung den vom hiesigen Gemeinderat eingereichten Entwurf für ein neues Stadtwappen, dessen Darstellung und Farbgebung noch heute Gültigkeit besitz.

Im goldenen Schild ein schwarzer oben abgehauener Stamm, der an der Seite wieder Zweige mit grünen Blättern treibt. Über dem Schild befindet sich ein Helmvisier und darüber ragt noch einmal derselbe Baumstumpf wie unten heraus. Schild und Helm werden von einer aus stilisierten Akanthusblättern bestehenden heraldischen Form eingefasst (Abb. 6).

Die drei Stadtwappen-Grundfarben Schwarz, Gelb (Gold) und Grün waren früher auch die Landesfarben des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, zu dem Apolda bis 1918 gehörte.