Stadt Apolda

Seitenbereiche

Volltextsuche

Schriftgröße

Seiteninhalt

Herressener Promenade

Die Herressener Promenade ist ein Gartendenkmal und nur wenige Minuten vom Marktplatz entfernt. "Zum Spazieren auf staubfreien Wegen" wurde sie Ende des 19. Jahrhundert als "grüne Oase" für die Apoldaer Bevölkerung angelegt. Die Herressener Promenade entstand vor über 100 Jahren in mehreren Etappen unter Mitwirkung des Großherzoglich Sächsisch-Weimarischen Hofgärtners und Garteninspektors Otto Ludwig Paul August Sckell (1861-1948) aus der berühmten Gartenbaufamilie Sckell.

Das langgestreckte Gelände war 2017 Kulisse der 4. Thüringer Landesgartenschau Blütezeit Apolda und gliedert sich nach der grundhaften Sanierung in drei Flächen: den urban geprägten Lohteich mit Stadtterrasse, den naturnah gestalteten Friedensteich mit Seerosenbalkon sowie die Festwiese. Diese sind mit einem umlaufenden Hauptweg sowie diversen kleineren Wegen verbunden. Charakteristisch sind die Alleen mit Altbaumbeständen, die eine natürliche Raumgrenze entlang der Längsseiten formen. Die Grenze und zugleich den Übergang zwischen der Innenstadt bildet die Adolf-Aber-Straße auf der einen und die ca. 8 Meter hohe Rasenskulptur auf der anderen Seite Richtung Herressen.

Heute überzeugt die 15 Hektar große Herressener Promenade mit ihrem alten Baumbestand und im Sinne eines Landschaftsparks mit spannungsreichen Blickachsen zwischen schattigen Baumalleen, sonnigen Wiesen mit Solitärbäumen und den beiden Teichen. Überzeugen Sie sich selbst!

Wissenswertes

Die Herressener Promenade wurde im Rahmen der Begrünung und Verschönerung der Stadt Apolda Ende des 19. Jahrhunderts angelegt. Max Wiener (1866-1940) übernahm 1911 den Vereinsvorsitz des Verschönerungsvereins und wirkte maßgeblich bei den Grundideen für die Gestaltung der Herressener Promenade mit. So verdanken wir ihm z. B. den Loh- und Friedensteich. Die umgesetzten Pläne stammen, wie bei der Schötener Promenade, vom Oberhofgärtner des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, Otto Ludwig Sckell (1861-1948), welcher aus der berühmten Gartenbaufamilie Sckell stammt.

Damals konnte man auf den Teichen Gondeln oder im Winter Schlittschuh fahren, entlang der Wege flanieren und sich auf den Bänken niederlassen, um das bunte Treiben in der Promenade zu genießen. Die ursprüngliche Idee, den Menschen spazieren "auf staubfreien Wegen" zu ermöglichen, aber auch das Gondeln auf dem Teich, werden wieder aufgenommen.

Heute überzeugt die Herressener Promenade ihre Besucher mit einem alten Baumbestand und im Sinne eines Landschaftsparks mit spannungsreichen Blickachsen zwischen schattigen Baumalleen, sonnigen Wiesen mit Solitärbäumen und den beiden Teichen. Aus diesen Gründen ist die Herressener Promenade auch seit 1980 als Gartendenkmal gelistet. Seit 1995 wird sie im Denkmalbuch unter "Parkanlage als Einzeldenkmal" geführt.

Kiosk "Bootshaus"

Neben Getränken, Kaffee und Kuchen sowie Bockwurst können Sie hier auch Ruderboote für den Lohteich ausleihen. Für 5 € können Sie ein Boot 30 Minuten ausleihen. Bei schlechten Wetter ist geschlossen.

Öffnungszeiten Sommer
10-22 Uhr

Grundhafte Sanierung und 4. Thüringer Landesgartenschau Blütezeit Apolda 2017

Für 149 Tage war Apolda attraktivster Treffpunkt und gleichzeitig größte Bühne des Freistaates. Über 366.000 Besucher feierten diese Festtage friedlich mit uns im Grünen. Tage - und insbesondere die Wochenenden - gespickt mit tollen Veranstaltungen sowie einer Vielzahl von Attraktionen und Konzerten; alles begleitet und eingerahmt von einer einzigartigen blühenden Kulisse. Hinzu kamen noch das größte Thüringer Volksfest über ein langes Wochenende im Juni, der Thüringentag und das Landes Erntedankfest Ende September. Apolda hat an Image gewonnen, an Ausstrahlung und Selbstbewusstsein.

Das Gartendenkmal Herressener Promenade ist aufgrund seiner historischen Entwicklung ein für die Gartenkunst in Thüringen wesentliches Zeugnis einer städtischen Erholungsanlage aus dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Von Beginn an war es bürgerschaftliches Engagement, welches die Entwicklung des Parks vorantrieb. Trotz aller bis zur Jahrtausendwende erfolgten Veränderungen ist die Promenade in ihren Grundzügen erhalten geblieben.

Im Januar 2013 veröffentlichte die Stadt Apolda einen Wettbewerb zur Umgestaltung der Herressener Promenade in Vorbereitung der Landesgartenschau Apolda 2017. Ende des Jahres begannen die Planungen, ab Herbst 2014 wurde gebaut. Eineinhalb Jahre später konnte die Anlage der Landesgartenschau Apolda 2017 GmbH zur weiteren Bearbeitung und Vorbereitung der Ausstellung übergeben werden. In diesen eineinhalb Jahren wurde "lediglich" der historische Park aufgefrischt. Dabei wurde der Grundcharakter der Anlage durch die Aufwertung und Betonung der Allee als Rückgrat und natürliche Raumgrenze entlang der Längsseiten geschärft. Der Altbaumbestand, aus bis zu 200 Jahren alten Bäumen und dendrologischen Besonderheiten, die behutsamen Ergänzungen zu Baumgruppen sowie geschlossenen Baumreihen, bestimmen die Raumqualität in der Herressener Promenade. Durch breite und behindertengerechte Wege wird der Promenadencharakter gestärkt; durch die Beibehaltung der historischen Wegeachsen und Wahl einer wasserdurchlässigen Oberfläche konnten Schäden im Wurzel- und Stammbereich sowie der Vitalität der Altbäume vermieden werden.

Die ursprünglichen spannungsreichen Sichtbeziehungen zwischen den Park- und Wasserflächen sowie die interessanten Sichtachsen auf sonnige Wiesen oder Solitärbäume verführen den Besucher förmlich zur Erkundung des langgestreckten, nahezu ebenen Geländes der Herressener Promenade. Sie gliedert sich in drei große Flächen: den Loh- und den Friedensteich sowie die Festwiese mit der Rasenskulptur, welche den Abschluss des Parks im Süden bildet.

Ferner spiegelt die Konzeption der Parkanlage den Übergang von der Stadt zur Landschaft in besonderer Weise wider. Der Norden ist der intensivere Teil, mit vernetzten Wegeverbindungen, neuen Spielbereichen und einer geraden Uferkante an der prominenten "Stadtterrasse" des Lohteiches. Weitere Elemente sind der Bootsanleger, der Kiosk mit WC-Anlage und die beleuchtete Fontaine sowie der auf das Wasser verlegte "Terrassenblick".

Nach Süden wird der Park immer landschaftlicher. Der Friedensteich mit rundum sanften natürlichen Böschungen vermittelt Weite und Ruhe. Er ist umgeben von blühenden Ufern, Schilf- und Röhricht. Zur Verstärkung des Naturerlebnisses führt ein 250 m langer Holzsteg, die "Passarelle" direkt über das Wasser des Friedensteichs. Die "Stillen Buchten"; zwei am Ufer verankerte schwimmende Pontons mit Sitzgelegenheiten gewähren einen malerischen Blick über zum anderen Ufer mit dem Seerosenbalkon. Mehrere im Schatten prachtvoller Bäume arrangierte Picknick-Garnituren und eine bespielbare "Kamel-Karawane" stellen ebenso Angebote zum Verweilen der Besucher dar. Weiter südlich des Friedensteiches öffnen sich große Wiesenflächen zur Landschaft und in Richtung Festwiese.

Beete und Bepflanzung

Intensive Pflanzungen sind im Hinblick auf die künftigen Pflege lediglich innerhalb der Hochbeete an der "Stadtterrasse" erfolgt, um den prominentesten Bereich der Promenade dauerhaft aufzuwerten. Ansonsten wurden partielle Farbakzente durch Schattenstauden, im Wald- bzw. am Bachsaum ausgebrachte Wildstaudenmischungen und über 10.000 Frühblüher Zwiebeln gesetzt.

In Abstimmung mit der Denkmalbehörde ist es gelungen, einige der Beete wie das Teppichbeet aus Heuchera "Schick in Strick", den ovalen "Blumenwirbel" am Friedensteich, die "Industrieblüte" am Lohteich sowie das "Schlüsselloch" am großen Spielplatz zu erhalten. Dank des großzügigen Sponsorings der Wohnungsgesellschaft Apolda mbH, der Apoldaer Beteiligungsgesellschaft mbH, der Energieversorgung Apolda GmbH, der Hotel Am Schloß GmbH und der HKS Gebäudetechnik GmbH Apolda, ist die Bepflanzung sowie Pflege für die nächsten 4 Jahre (bis 2021) sichergestellt.

Der Eingangsbereich wurde 2018 mit einem ovalen Staudenbeet, in welches die "Dame mit Dobermann" von Carolin Okon als Blickfang und Bezug zur Stadtgeschichte integriert wurde, umgestaltet. Hier hat sich der Verein "Apolda blüht auf" e. V. als Sponsor der Pflege für 4 Jahre eingebracht.

Juli 2018
Wassererlebnis

Die großzügigen Wasserflächen gliedern die Promenade in zwei Bereiche. Sowohl der Lohteich als auch der Friedensteich werden aus dem Herressener Bach gespeist und nehmen über 2 Hektar der Gesamtfläche in der Herressener Promenade ein.

Seit 2018 wird der Lohteich zusätzlich durch die Karlsquelle gespeist, die im Rahmen der Rückbaumaßnahmen der Landesgartenschau in der Nähe des Sängersteins entdeckt wurde. Der Zulauf ist oberirdisch an der gepflasterten Regenrinne aus Basaltsteinen erkennbar.

Der Lohteich hat mit der erforderlichen Uferbefestigung und der Stadtterrasse mit kleinem Kiosk ein eher städtisches Gepräge. Auf dem ca. 7.600 Quadratmeter großen Lohteich selbst machten neben der Fontäne auch Ruderboote das Element Wasser erlebbar.

Der Friedensteich ist mit 14.000 Quadratmetern deutlich größer und konnte naturnaher angelegt werden. Im Zulauf verfügt er über einen natürlichen Filter. Die Uferbereiche gehen langsam in die Wasserfläche über und bieten mit sonnigen und schattigen Bereichen einen reizvollen Kontrast. Der Friedensteich verfügt über eine Passerelle, einem kleinen Steg über das Wasser mit freiem Blick über die Wasserfläche.

Die gegenüberliegende Seite ist mit den Baumalleen in Ufernähe, dem Seerosenbalkon und der Spielfigur der Kamele nicht weniger attraktiv. An der Stirnseite wurde als Blickfang der Blumenwirbel nahe des Ufers platziert.

Der Herressener Bach wurde nach den Sanierungsmaßnahmen wieder richtig sichtbar, nachdem er vom üppigen Unterholz befreit wurde.

Sport und Spiel

Die Herressener Promenade wird im Osten über ihre gesamte Länge durch den Herressener Bach begrenzt. Hier befinden sich Biotope, wie der Apfelbachgrund mit Streuobstwiese und Feuchtwiese, ein Hang mit Trockenrasen und Kommunalwald; alles Gebiete mit hoher Artenvielfalt.

Zwei neu errichtete Fußgängerbrücken ermöglichen den direkten Übergang in die freie Landschaft über den Herressener Bach. Eine weitere im Bereich des großen Spielplatzes "Stangenwirbel" am Lohteich stellt die Verbindung zum Sportpark her. Auf dem Areal gegenüber des Spielplatzes wurden die 2017 cm lange Holzbank aufgestellt sowie zwei Tischtennisplatten und Fahrradständer. Entlang des längs verlaufenden Weges vom Spielplatz bis zur Festwiese befinden sich verschiedene Stationen eines Trimm-Dich-Parcours nicht nur für Jogger.

Festwiese

Die Festwiese wurde als Veranstaltungsort zukunftsfähig ausgebaut. Im Ergebnis stehen nunmehr die 3-fache Flächenkapazität sowie eine effiziente, leistungsfähige technische Infrastruktur zur Verfügung, ohne die Qualität des Landschaftsparks zu beinträchtigen.

Die Herressener Promenade im Wandel der Zeit

1737 Entdeckung einer Quelle
1859 - 1880 Errichtung der Promenade mit Badeanstalt
1865 Apoldaer Verschönerungsverein wird gegründet
1909 Stadt kauft der Akademie Jena das Lohgrundstück ab
1911 Max Wiener übernimmt den Vorsitz des Verschönerungsvereins
1911 Parkentwurf vom Hofgärtner Otto Ludwig Sckell wird umgesetzt
1911 - 1912 künstlicher Lohteich angelegt: im Sommer zum Gondeln, im Winter zum Eislaufen
1913 Einweihung der 4 ha großen „Lohstück“-Anlage als Volkspark
1924 - 1930 Gestaltung des Friedensparkes mit Friedensteich
1926 „Verschönerungsvereins-Woche“ ist der Startschuss zum Apoldaer Park- und Heimatfest
1927 Gondelhaus am Lohteich entsteht
1930 halbrunde Tribünenanlage aus Travertin an Festwiese (2017 Rasenskulptur)
1936 Leuchtfontäne für Lohteich
2014 - 2016 grundhafte Sanierung als Dauermaßnahme zur 4. Thüringer Landesgartenschau Blütezeit Apolda
seit 2017 auf 15 Hektar nutzbar: Brücken über Herressener Bach, Stadtterrasse am Lohteich mit Kiosk sowie
2018 Herressener Promenade ist frei zugänglich
2018 Karlsquelle speist Lohteich

Nach oben

Weitere Informationen

Tourismus

Apoldaer Rathaus

Tourist-Information
Rathaus | Markt 1

Tel.: +49 3644 650100
Fax: +49 3644 650518

tourismus(@)apolda.de

 

Öffnungszeiten

Mo-Fr: 10-13 Uhr und 14-17 Uhr